Dr. Fritz Felgentreu
Abgeordnetenhaus von Berlin
(Foto: Felix Hungerbühler)
In der Zeit von 2001 bis 2011 war Fritz Felgentreu von den Neuköllnerinnen und Neuköllnern als Direktkandidat ins Abgeordnetenhaus von Berlin (Wahlkreis 2 - Hermannstraße) gewählt worden. Im Abgeordnetenhaus war er seither Mitglied in drei Ausschüssen, die den ganzen Bereich der Innen- und Rechtspolitik abdecken:
- Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung
- Ausschuss für Verfassungsschutz
- Ausschuss für Verfassungs- und Rechtsangelegenheiten, Immunität und Geschäftsordnung
Fritz Felgentreu war der Sprecher für Recht in der SPD-Fraktion.
Innenpolitik
Als Mitglied im Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung
ging es Fritz Felgentreu vor allem um die Sicherheit vor Ort.
Polizei muss Teil der Nachbarschaft sein, die Menschen und die
Probleme kennen, erreichbar sein. Er unterstützte deshalb die
Zusammenarbeit der Polizei mit Netzwerken und Akteuren: mit dem
Quartiersmanagement, mit Schule, Jugendzentren, Vereinen und
Projekten. Am erfolgreichsten ist Polizei da, wo sie keine
Verbrecher jagen muss, weil sie potenzielle Täter schon vorher
erreicht und eine kriminelle Entwicklung verhindert hat.
Wichtige Gesetzgebungsvorhaben, an denen er als Innenpolitiker
beteiligt war, sind u. a. das Neutralitätsgesetz, das bestimmt,
dass Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes – also auch Lehrer
und Lehrerinnen – keine weltanschaulichen oder religiösen
Symbole zur Schau stellen dürfen, sowie die Einrichtung der
Bezirklichen Ordnungsämter.
Fritz Felgentreu und der Fraktionsvorsitzende Michael Müller (2009, Foto: Berthold Kleßmann)
Justiz
Als Rechtspolitiker war er für Gerichte, Staatsanwaltschaft und
Gefängnisse zuständig. Sein Schwerpunkt lag hier bei der
Bekämpfung der Jugendkriminalität. Unter anderem hat er sich
dafür eingesetzt, dass Staatsanwaltschaft und Polizei die
erfolgreiche Richtlinie über Intensivtäter beschlossen haben und
dass die Staatsanwaltschaft die Intensivtäter-Abteilung
aufgebaut hat. Die Intensivtäter-Abteilung hat seitdem mehrere
Hundert Intensivtäter hinter Schloss und Riegel gebracht. Sie
hat die Rückfälligkeit der kriminellen Jugendlichen erheblich
reduziert und wertvolle Erkenntnisse über die sozialen
Hintergründe von schwerstkriminellem Verhalten Jugendlicher
gewonnen.
Ein wichtiger Fortschritt, für den er sich einsetzte, ist auch
die lokale Eilzuständigkeit von Jugendrichtern wie im
Modellprojekt Rollbergviertel. Die Polizei führt dort in
geeigneten Fällen kriminelle Jugendliche so schnell wie möglich
der örtlich zuständigen Richterin zu, damit die Strafe der Tat
unmittelbar folgt. Nur so wirkt eine Jugendstrafe erzieherisch:
Wer sechs Monate auf den Richterspruch wartet, hat oft längst
vergessen, worum es geht.
Ein Neben-Schwerpunkt seiner Arbeit im Rechtsausschuss war die
Erleichterung der Direkten Demokratie (Bürger- und
Volksentscheide). Heute können die Berlinerinnen und Berliner
Einzelfragen durch Volksabstimmungen selbst entscheiden. Dadurch
sind die politischen Diskussionen in der Stadt lebhafter
geworden – aber manchmal auch schroffer und gefühlsbetonter.
Berlin lernt gerade den Umgang mit einer neuen Form der
demokratischen Entscheidung.
Verfassungsschutz
Der Verfassungsschutz-Ausschuss vermeidet öffentliches Aufsehen. Hier ist auch weniger zu entscheiden: Es geht darum, ein klares Bild von den Feinden der freiheitlichen Demokratie in Berlin zu haben, eine realistische Einschätzung von Bedrohungen zu gewinnen und auf die einzelnen Fälle angemessen – das heißt: mit Entschiedenheit, aber nicht panisch – zu reagieren. Im Verfassungsschutz-Ausschuss musste er sich am häufigsten mit den Rechtsextremisten der NPD und mit den Strömungen des fundamentalistischen Islam in Berlin befassen. Aber auch Themen wie die Anschläge auf Autos von selbsternannten "Linken" oder die Aktivitäten von Scientology spielten immer wieder eine Rolle.
Bundestagskandidat 2009
Frank-Walter Steinmeier und Dr. Fritz Felgentreu(Foto: Rainer Knörr)
Der Vorsitzende der SPD Neukölln und damalige Abgeordnete
Dr. Fritz Felgentreu wurde in der Neuköllner
SPD-Wahlkreiskonferenz am 21. Februar 2009 zum
Direktkandidaten für den
Bundestagswahlkreis 83 (Neukölln)
gewählt.
Auf dem Berliner Landesparteitag am 17. Mai wurde Fritz
Felgentreu zusätzlich auch auf den Listenplatz 8 gewählt.
Am 27. September 2009 unterlag er mit einem Unterschied von gut
4.400 Stimmen der CDU-Kandidatin.
Materialien zum Thema
- Lebenslauf
- Homepage Dr. Fritz Felgentreu
- Muster des Stimmzettels vom 27. September 2009 [PDF, 32 kB]
- Fritz Felgentreu – Kandidatenflyer [PDF, 328 kB]
- Rede von Fritz Felgentreu vom 21. Februar 2009 – YouTube
- Abgeordnetenhaus von Berlin – Fritz Felgentreu
- Der Landeswahlleiter – Wahl 2006
- Muster des Stimmzettels für die Zweitstimme vom 17. September 2006 [PDF, 453 kB]